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Montag, 29. September 2014

Technik der NX1: Auto-Shot

In diesem Video sieht man sehr schön, wie die Auto-Shot-Funktion der Samsung NX1 funktioniert. Wirklich beeindruckend.

Freitag, 19. September 2014

Technik der NX1: 65-nm-Technik

Samsung schreibt, dass der Sensor der NX1 in 65-nm-Technik produziert wird.
Gemeint sind damit die Strukturbreiten der elektronischen Bauelemente auf dem Chip. Eigenlich sind damit die Breiten in der Maske gemeint, die die Vorlage für die Strukturen auf dem Chip ist.
Je größer die Pixeldichte ist, desto feiner müssen die Strukturbreiten sein.
Kleine Strukturbreiten haben ein paar Vorteile. Der Stromverbrauch ist geringer. Weniger Strom heißt auch weniger Wärme. Wenn der Sensor kühler bleibt, dann wirkt sich das positiv auf das Bildrauschen aus.
So superfein sind 65 nm aber nicht. Bei Mikroprozessoren ist man inzwischen bei Strukturbreiten von weniger als der Hälfte angelangt, bei bestimmten Flash-Speichern bei einem Drittel.
Trotzdem sind 65 nm nicht schlecht. Die einzelnen Pixel sind um Größenordnungen größer als die Strukturbreiten. Je feiner die Strukturbreiten sind desto teurer wird der Herstellungsprozess.

Donnerstag, 18. September 2014

Technik der NX1: Back Side Illumination (BSI)

Samsung hat sein neues Spitzenmodell NX1 mit einem neu entwickelten Sensor ausgerüstet. Bei der Technik des Chips tauchen immer wieder einige Schlagwörter auf, die ich in einer kleinen Serie mal ein wenig auseinander nehmen möchte.

BSI ist die Abkürzung für “back-side-illuminated”. Das Licht fällt also auf die Rückseite. Welche Rückseite?

Dazu hier eine Skizze, wie ein “front-side-illuminated” Chip, also das Gegenteil von BSI aussieht:

Normalerweise werden Chips so hergestellt, dass die Leiterbahnen sich auf der Oberfläche befinden. Bei Mikroprozessoren oder Speicherchips spielt das auch überhaupt keine Rolle. Bei den Bild-Sensoren aber schon. Dort wird ein Teil der lichtempfindlichen Fläche durch die Leiterbahnen verdeckt. Das geht auf Kosten der Empfindlichkeit.
Bei der BSI-Technik wird der Sensor zunächst genau so hergestellt wie in der Skizze zu sehen. Dann wird die Rückseite aber abgeschliffen und mit der Rückseite nach oben eingebaut.

Vorteil: Die Empfindlichkeit steigt. Nachteil: Der Fertigungsaufwand ist wesentlich höher.
BSI ist also ein echtes Qualitätsmerkmal.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Tilt-Shift-Objektiv für das Samsung NX-System


Die Firma Walimex hat ein Tilt-Shift-Objektiv unter anderen für das Samsung NX-System herausgebracht.




Das Objektiv soll eine Brennweite von 24 mm und eine Lichtstärke von f:3,5 haben. Für einen Preis von knapp 1000€ kann das Objektiv bei Amazon bestellt werden

Tilt-Shift-Objektive sind wahre Exoten unter den Objektiven. Der gesamte Objektivkörper kann gegenüber den Sensorebene gekippt und verschoben werden. Doch was für einen Sinn hat das?

Fangen wir mit der Shift-Funktion an. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor ein Haus und wollen ein Foto davon machen. Um auch noch den Dachfirst auf das Bild zu bekommen neigen Sie die Kamera leicht nach oben. Das Ergebnis sieht etwa so aus:


Die vertikalen Linien der Hauswand sind auf dem Foto nicht mehr vertikal sondern laufen nach oben zusammen. “Stürzende Linien” wird dieser Effekt genannt. In der Architekturfotografie wird oft versucht, diesen Effekt zu vermeiden und senkrechte Linien auch senkrecht auf dem Foto abzubilden. Das geht theoretisch ganz einfach. Der Sensor muss nur vertikal stehen, also die Kamera muss nur gerade gehalten werden. Das Ergebnis sieht dann aber vielleicht so aus:


Der Dachfirst ist nicht mehr mit auf dem Bild und außerdem ist viel zu viel Vordergrund abgebildet.

Geht auch beides, Bild mit Dachfirst und ohne stürzende Linien?

Ja, optisch kann das durch die Shiftfunktion des Tilt-Shift-Objektivs gelöst werden. Die Kamera wird so gehalten, dass der Sensor senkrecht steht. Um den Dachfirst aufs Bild zu bekommen wird das gesamte Objektiv parallel zur Sensorebene nach oben verschoben.

Das Ergebnis sieht dann etwa so aus:


Dieses Bild wurde nicht mit einem Tilt-Shift-Objektiv erzeugt. Es wurde nachträglich im RAW-Konverter (in diesem Fall RAW Therapee) korrigiert.

Die Tilt-Funktion ist dagegen nicht auf elektronischen Wege nachträglich zu verwirklichen. Um den Hintergrund dieser Funktion zu verstehen müssen wir uns erst mit dem Begriff der Schärfentiefe vertraut machen. Wenn ein Objektiv auf ein Objekt scharf gestellt wird, dann wird nicht nur dieses Objekt selber sondern auch ein gewisser Bereich davor und danach scharf abgebildet. Wie tief dieser Bereich ist bestimmt die Blendenzahl. Bei f:2,8 ist der Bereich sehr klein, bei f:22 ist er groß.



Bei einem normalen Objektiv ist der Schärfenbereich parallel zur Sensorebene ausgerichtet. Was macht man in dieser Situation?


Das gelbe Blümchen würde unscharf abgebildet werden. Die Blende kann weiter zugedreht werden, so das der Schärfentiefenbereich größer wird. Nur kommt dann auch weniger Licht durch das Objektiv und die Belichtungszeit wird länger. Das führt dann wieder zu andern Problemen.

Eine andere Möglichkeit ist, den Schärfentiefenbereich zu drehen:



Genau das macht die Tilt-Funktion. Der Objektivkörper wird zur Sensorebene gekippt. Dadurch verläuft der Schärfentiefenbereich nicht mehr parallel zur Sensorebene.

Tilt-Shift-Objektive sind keine neuen Erfindungen. Die meisten alten Plattenkameras hatten schon die gleiche Funktionalität. Ein flexibler Balg verband Kamera und Objektiv. Und Objektiv konnte so sehr einfach verschoben und geneigt werden.

Gv ext.jpg
Gv ext“. Über Wikipedia.

Anwendungsbereiche für Tilt-Shift-Objektive sind vor allem die Architektur- und Landschaftsfotografie. Um mal schnell ein Foto zu machen sind sie wegen der vielen Einstellungen völlig ungeeignet.

Solche Objektive bieten viele kreative Möglichkeiten, setzen aber einen technisch sehr versierten Fotografen voraus.

Sonntag, 8. Juni 2014

Tutorial RAW Therapee, Fotos von Veranstaltungen

Im ersten Teil der Reihe geht es um das Entwickeln von RAW-Dateien von Veranstaltungen. Mit Veranstaltungen meine ich die Familienfeier, das Fußballspiel vom Junior am Wochenende, das Skirennen oder den Grillabend mit den Freunden. Erst einmal will ich klären, was das Besondere an solchen Fotos ist.

Auswahl aus vielen Bildern

Erst einmal geht es in der Regel um sehr viele Bilder. Ich habe bei solchen Aufnahmen eigentlich immer die Serienbildfunktion aktiviert. Von jeder Situation mache ich dann immer 3 bis 4 Bilder und schaue zu Hause, welches der Bilder am besten geworden ist. Der Grund dafür ist einfach. Fotografiert man mehrere Menschen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass beim Auslösen einer gerade die Augen geschlossen hat. Bei Sprotaufnahmen genau den richtigen Augenblick zu erwischen ist auch sehr schwierig. Deswegen ist es eine gute Idee, viele Bilder zu machen und dann die besten auszuwählen.

Die Auswahl aus vielen Bilder ist eine wichtige Besonderheit.

Dokumentarisch

Die Bilder haben oft mehr einen dokumentarischen als einen hohen künstlerischen Anspruch. Es geht vor allem darum, dass das Bild technisch in Ordnung ist und der Bildaufbau einigermaßen stimmt. Besondere Bearbeitungstechniken für Farben oder gar Retusche ist normalerweise nicht nötig. Auch muss man nicht unbedingt aus jeder Fläche noch die letzte Zeichnung heraus holen. Die Hauptperson muss vernünftig dargestellt werden, das reicht.

Lichtsituation

Für alle Bilder ist die Beleuchtungssituation sicher nicht gleicht, aber für viele. Die Lichtfarbe, also die Farbtemperatur, ist bei vielen Bildern hintereinander fast identisch. Auch der Kontrast ist bei vielen Bildern sehr ähnlich. Hier kann man rationell arbeiten und die Einstellungen bei anderen Bildern übernehmen.

Es ist auch grundsätzlich besser, wenn man hier nicht allzuviel experimentiert. Oft werden die Bilder einer Veranstaltung in Serie nacheinander betrachtet. Unterschiede in der Farbabstimmung fallen da besonders stark auf

Zuschneiden

Bilder auf Veranstaltung müssen meist unter Zeitdruck angefertigt werden. Bei Sportveranstaltungen ist das wegen der schnellen Bewegungen besonders extrem. Zeit für eine aufwändige Bildkomposition bleibt da nicht. Oft muss man nach dem Motto “draufhalten und abdrücken” fotografieren. Im RAW-Konverter ist dann meist ein aufwändiger Beschnitt notwendig.

Zeitdruck

Vielleicht hat man am Sonntag bei eine Sportveranstaltung des Vereins Bilder gemacht. Spätesten am Montag sollte dann der Zeitungsartikel oder der Beitrag für den Internetauftritt fertig sein, natürlich mit den Bildern.

Wenn man auf einer Geburtstagsfeier fotografiert hat, dann will die Verwandtschaft auch nicht ewig auf die Fotos warten. Oft wird da auch mit Smartphones fotografiert. Damit kann man Fotos fast sofort auf Facebook und Co posten. Das der Mensch mit der teuren “Profikamera” dann so ewig braucht, um die Bilder den Verwandten präsentieren zu können, stößt oft auf wenig Verständnis.

Egal wie, die Bilder müssen in einer vertretbaren Zeit fertig werden. Rationelles Arbeiten ist angesagt.

Schritt 1, Vorbreitung

Zuerst kopiere ich die RAW-Dateien in einen Ordner. Den Ordner benenne ich z. B. so:

2014-01-23_RiesenslalomArber

Das hat den Vorteil, dass die Ordner immer chronologisch sortiert angezeigt werden. Ich fotografiere grundsätzlich in der Einstellung RAW + JPG. Die JPGs können direkt im Ordner angezeigt werden und dienen so als gute Orientierungshilfe.

Schritt 2, Aussortieren

So, jetzt kann RAW Therapee gestartet werden. Ich öffne gleich den Editor.


Bei dieser Art der von Bildern fotografiere ich immer mit der Serienbildfunktion. Das hat mehrere Gründe. Schnell ist ein Bild mal verwackelt, mal sind die Füße abgeschnitten, der Autofokus hat Unsinn gemacht oder man erwischt den falschen Augenblick. Macht man mehrere Bilder, dann ist die Wahrscheinlichkeit für ein gutes Bild einfach höher.

Im RAW-Konverter geht es zunächst einmal darum, Ausschuss auszusortieren. Ich schau mir also das erste Bild und stelle mir folgende Fragen:
  1. Ist das Motiv überhaupt lohnenswert?
  2. Ist der Bildausschnitt brauchbar?
  3. Sind die wichtige Bildteile scharf abgebildet?
Wenn die Antwort auf eine der Fragen “nein” lautet, dann wandert das Bild in den Papierkorb.



Für die Beurteilung der Schärfe verwende ich oft die 1:1-Ansicht.


Manchmal ist es nützlich, alle Seitenleisten zu verstecken um den gesamten Bildschirm zu nutzen. RAW Therapee hat auch eine nützliche Vollbildfunktion.


Weiter geht es zum nächsten Bild.



Wenn ich durch bin, dann wird der Papierkorb geleert und ich springe wieder zum ersten Bild.

Schritt 3, Auswahl der Bilder aus der Serie

Habe ich nach dem ersten Schritt von einem Motiv noch mehrere Bilder übrig, dann vergleiche ich diese genauer.

Ich achte auf den Gesichtsausdruck, auf den optimalen Moment usw. und suche mir das beste Bild aus. Alle anderen werden wieder zum Löschen markiert und zum Schluss wird in einem Rutsch gelöscht.

Nun sind nur noch die Bilder übrig, die wirklich konvertiert werden sollen. Die nächsten Schritte dürfen jetzt etwas zeitaufwändiger sein.

Schritt 4. Weißabgleich

Jetzt befasse ich mich intensiver mit den einzelnen Bildern. Ich bleibe zunächst beim ersten Bild.

Zuerst kümmere ich mich um den Weißabgleich.

Meine Kamera habe ich bei dieser Art von Fotos immer auf automatischen Weißabgleich eingestellt. In vielen Fälle liefert das schon einmal einen guten Anhaltspunkt. Gefällt mir das Ergebnis der Automatik nicht, dann mache ich einen manuellen Weißabgleich.


Ich suche mit im Bild eine sogenannte unbunte Fläche dafür aus. Das kann eine weiße Fläche sein, grau geht aber auch.

RAW Therapee biete noch einige weiter Möglichkeiten des Weißabgleichs an.



Ich bin immer noch beim ersten Bild!

Schritt 5. Rauschen

Um das Rauschen brauche ich mich nur dann zu kümmern, wenn ich mit einem höheren ISO-Wert fotografiert habe. Das versuche ich nach Möglichkeit zu vermeiden. RAW Therapee verfügt zwar über leistungsfähige Funktionen zu Rauschminderung, deren Anwendung bedeuten aber immer ein Verlust an Schärfe und Detailtreue. In der Regel benutze ich ISO 200, so dass keine Rauschminderung erforderlich ist.

Ab ISO 400 schalte ich in RAW Therapee die Rauschminderung ein.



Ich suche mir einen dunklen Bereich im Bild und schalte auf 1:1-Ansicht.



In den meisten Fällen ist der erste Regler “Luminanz” am wirkungsvollsten.

Schritt 6. Einstellungen per Zwischenablage auf ähnliche Bilder übertragen

So, jetzt geht es Schlag auf Schlag. RAW Therapee verfügt über eine sehr clevere Funktion, mit der alle Einstellungen in die Zwischenablage kopiert und auf andere Bilder übertragen werden können.




Ich blättere von Bild zu Bild und füge die Einstellungen ein. Wenn notwendig, dann nehme ich ein paar Anpassungen vor und kopieren die neuen Einstellungen wieder in die Zwischenablage.

Wichtig ist, dass das Übertagen der Einstellungen vor der Festlegung des Beschnittes erfolgt, da sonst auch diese Einstellungen kopiert werden. Das ist nur selten sinnvoll.

Schritt 7. Ausschnitte festlegen

Nun gehe ich wieder zurück zum ersten Bild. Jetzt führe ich an jeden Bild einzeln die 7 bis 9 durch. Wenn ich mit einem Bild fertig bin, dann lege ich es für die Stapelverarbeitung bereit.



Zunächst kümmere ich mich um den richtigen Bildausschnitt. RAW Therapee ermöglicht die Einblendung von Hilfslinen.


Ich benutze fast immer die Hilfslinien nach der Drittelregel. Ich versuche den Ausschnitt so zu legen, dass wichtige Bildelemente in der Nähe der Schnittpunkten liegen.

Schritt 8. Belichtung und Kontrast

Der nächste Schritt ist die Einstellung der richtigen Belichtung. Dazu blende ich das Histogramm ein.


Bewege ich den Regler “Belichtungskorrektur” kann ich damit gut beurteilen, ob rechts und links Tonwerte abgeschnitten werden und das gegebenenfalls korrigieren.

Ich benutze immer zu Anfang die Automatik, um erst mal einen Ausgangspunkt für die Belichtung zu haben.


Sehr nützlich ist auch die Funktion zum Anzeigen zu heller Bereiche.



Ich korrigiere die Belichtung mit Hilfe dieser Funktion so, dass bildwichtige Bereiche nicht überbelichtet sind.

In den meisten Fällen ist die Bearbeitung des Bildes jetzt schon abgeschlossen und es kann in die Warteschlange für die Stapelverarbeitung eingereiht werden.

Schritt 9. Spezialaufgaben

Manchmal sind die Bilder aber noch nicht optimal und sie müssen einer “Spezialbehandlung” unterzogen werden.

Schritt 9.1 Lichter wiederherstellen

Bei Fotos mit einer Präsentation mit einem Beamer hat man folgendes Problem: Die Belichtung kann da so eingestellt werden, dass der Vortragende und das Publikum gut zu erkennen sind. Dann ist aber das vom Beamer projizierte Bild meist stark überbelichtet und kaum noch zu erkennen.

Abhilfe schafft hier die Funktion “Lichter wiederherstellen”.


Mittels der Regler “Schwellwert” und “Stärke” kann der Effekt sehr fein geregelt werden. Hier heißt es ausprobieren.

Schritt 9.2 Perspektivische Entzerrung, Drehung

Oft muss es beim Fotografieren sehr schnell gehen. Die Zeit um die Kamera genau horizontal auszurichten fehlt da manchmal. Das ist kein Problem. Mit RAW Therapee kann das im Nachhinein gemacht werden.



Mit der Fein-Rotation kann das Bild digital gerade gerückt werden.

Direkt darunter befinden sich die Regler für die Perspektive. Damit können “stürzende Linien” korrigiert werden. Das ist bei Veranstaltungsfotos nur selten nötig, aber manchman doch nützlich. Beispielsweise, wenn der Inhalt der Beamer-Projektion nicht verzerrt dargestellt werden soll.

Schritt 10 Stapelentwicklung starten

Erst einmal ein paar Worte dazu, was eigentlich mit “Stapelentwicklung” gemeint ist.

Beim Ändern von Einstellungen haben wir bisher im Vorschaubild immer gleich die Auswirkung gesehen. Scheinbar hat RAW Therapee die Einstellung gleich auf das Bild angewendet. Das ist aber falsch. Es wurde immer nur die Vorschau aktualisiert. Die Vorschau ist wesentlich kleiner. Deswegen ist zu keinen merklichen Verzögerungen gekommen. Alle Bearbeitungsschritte wurden in einer Textdatei gespeichert.



Diese kann auch mal im Editor betrachtet werden.



Mit dem Start der Stapelverarbeitung werden die Arbeitsschritte, die in der Textdatei gespeichert sind, auf das vollständige Bild angewendet. Wichtig zu wissen ist, dass die eigentliche RAW-Datei dabei nicht verändert wird. Man spricht hier auch von der nichtdestruktiven Bildverarbeitung.

Die fertigen Bilder lege ich als JPG-Dateien in einem Unterordner des Projektordners ab. Die Einstellungen sind hier zu finden:


Die Stapelverarbeitung dauert eine gewisse Zeit. Hier zahlt sich ein Prozessor mit mehreren Cores aus. RAW Therapee verteilt diese rechenintensive Aufgabe sehr gut auf alle zur Verfügung stehenden Kerne.

Schritt 11 Kontrolle der Ergebnisse

Zum Schluss kontrolliere ich nochmal alle Fotos. Ich benutze dafür den Viewer Ristretto [https://launchpad.net/ubuntu/+source/ristretto]. Den habe ich als Standardviewer für Bilder installiert.

So, damit ist die Verarbeitung der Bilder abgeschlossen. Die Verarbeitung der RAW-Daten mit RAW Therapee kostet eine gewisse Zeit. Das Programm gestattet es aber, die Verarbeitung stark zu rationalisieren. Je nach dem, wie individuell die Bilder bearbeitet werden sollen, kann man mehr oder weniger Arbeit hinein stecken.

Wenn die Parameter wirklich für jedes Bild 100% gleich sein sollen, dann gibt es noch eine wesentlich effektivere Möglichkeit der Verarbeitung. Doch dazu ein andern Mal mehr.

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Freitag, 30. Mai 2014

Tutorial RAW Therapee, Einleitung

Wenn es um das Entwickeln von RAW-Dateien geht, dann ist meist von Adobe Lightroom die Rede. Das ist zweifellos eine sehr leistungsfähige Software und für die meisten Profis die erste Wahl. Trotzdem setze ich sie nicht ein. Es gibt zwei Gründe für mich, die dagegen sprechen.
  1. Ich bin Fotoamateur. Das heißt verdiene mein Geld nicht mit dem Fotografieren. Deswegen suche ich nach einer preiswerten Lösung. Adobe Lightroom ist mit ca. 130€ schließlich nicht ganz billig. Auch spielt es für mich nicht die entscheidenende Rolle, wenn meine Software das eine oder andere Feature vermissen lässt oder in der Bedienung vielleicht nicht ganz so optimal ist.
  2. Adobe Lightroom ist nur für die Plattformen Windows und Mac verfügbar, jedoch nicht für Linux. Ich benutze auf meinem privaten Computer das freie Betriebssystem. Damit scheidet Lightroom eigentlich fast schon aus. Natürlich hätte ich versuchen können, es per Wine oder gar in einer virtuellen Maschine laufen zu lassen. Die RAW-Entwicklung ist aber eine rechenintensive Sache. Emulationen und virtuelle Maschinen kosten aber immer Rechenpower.

Zuerst hatte ich den RAW-Konverter genutzt, der mit der NX10 mitgeliefert wurde. Es handelte sich damals um eine abgespeckte Version von Silkypix. Mit den aktuellen Systemkameras von Samsung wird übrigens jetzt Adobe Lightroom mitgeliefert.

Mit dem Umstieg auf meinem neuen Linux-Laptop wechselte ich auch vom Samsung RAW-Konverter zu RAW Therapee 64 Bit. Das ist nicht die einzige Software, die für diesen Zweck unter Linux zur Verfügung steht. Bei der Suche nach RAW werden im Software-Center von Ubuntu noch die folgenden Programme angezeigt:
Mit Sicherheit lassen sich noch viele andere Programme für diesen Zweck finden. RAW Therapee gehört aber zu den leistungsfähigsten unter den freien RAW-Konvertern.

Die Kehrseite der vielen Funktionen ist aber, dass es dem Einsteiger schwer fällt, auf Anhieb den Sinn jeder einzelnen Funktion zu verstehen.

Im Netz gibt es ein paar deutschsprahige Quellen zu RAW Therapee. Da ist als erste Anlaufstelle das Handbuch, welches bei Google Docs zur Verfügung gestellt wird.

Interessant ist auch dieses Tutorial:
http://www.digitalphoto.de/tutorials/rawtherapee-raw-bilder-unkompliziert-entwickeln

Beiden Quellen ist aber gemeinsam, dass die die einzelnen Funktionen von RAW Therapee erklären, aber nicht den Arbeitsablauf für die Entwicklung bestimmter Arten von Bildern. Ich werde versuchen, diese Lücke mit einer kleinen Artikelreihe zu schließen.

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Montag, 14. April 2014

Was ist eine Systemkamera?

Hier wurde schon viel von Systemkameras geredet und diese auch mit  immer mal mit DSLR verglichen. Das was genau sind Systemkameras und wie grenzen sie sich von anderen Kameratypen ab?

Das entscheidende Merkmal einer Systemkamera ist das auswechselbare Objektiv. Der ein oder andere wird jetzt einwenden, dass man auch bei einer Spiegelreflexkamera, egal ob digital oder mit Film, auch das Objektiv wechseln kann. Genau! Auch Spiegelreflexkameras sind Systemkameras.

Eine Samsung NX mini oder eine NX 30 ist also eine spiegellose Systemkamera. Es gibt aber trotzdem noch andere spielgellose Systemkameras, an die man vielleicht nicht sofort denkt. Diese hier zum Beispiel:

Leica III F, 1

Man sieht, die Idee eine Kamera mit auswechselbaren Objektiven zu konstruieren ist nicht neu. Im Jahre 1930 stattete die Firma Leitz ihre Leica Ic mit einem auswechselbaren Objektiv aus. Allerdings setzten sich solche Kameras nicht in großen Maßstab durch.

Im Gegensatz zu einer modernen digitalen Systemkamera schaute man nicht durch das Objektiv auf das Motiv sondern durch einen optische Sucher. So ein Sucher ist immer mit einer gewissen Parallaxe behaftet. Das heißt, das Sucherbild ist gegenüber dem Foto auf dem Film um einen gewissen Betrag verschoben. Bei Landschaftsfotos ist das sicher egal, jedoch nicht bei Makroaufnahmen. Wenn nun auch noch das Objektiv ausgewechselt werden kann, dann ändert sich der Blickwinkel in Abhängigkeit von der Brennweite. Auch kann so ohne Weiteres nicht die Schärfeeinstellung kontrolliert werden. Die Probleme ist auch mit einem optischen Sucher lösbar. Diese Messsucher macht solchen ein System aufwändiger und teurer. Sicherlich auch deswegen haben sich spiegellose Systemkameras in der analogen Ära nicht im breiten Maßstab durchgesetzt. Der preisliche Unterschied zu einer Spiegelreflexkamera war nicht mehr so sehr groß.

Es gab aber einige Bereiche der Fotografie, in der sehr gerne diese analogen spiegellosen Systemkameras eingesetzt wurden. Das war die Reportagefotografie, bei der die gegenüber der Spiegelreflexkamera kompakteren Abmessungen eine größere Rolle spielten.

In der digitalen Ära sind aufwändige Sucherkonstuktionen nicht mehr notwendig. Der Sensor liefert ein Bild ohne Parallaxe, was ohne Probleme im Rückwand-Display oder in einem elektronischen Sucher gezeigt werden kann. Auch spielt es keine Rolle, welche Brennweite bzw. Bildwinkel das Objektiv hat.

Viel mehr muss man sich heute ernsthaft fragen, welche Vorteile eine digitale Spiegelreflexkamera gegenüber einer spiegellosen digitalen Systemkamera noch hat. Doch dazu ein anderes Mal mehr.

Donnerstag, 3. April 2014

Umstieg auf RAW Therapee

So schnell geht es manchmal. Seit längerem überlege ich mir, auf einem etwas leistungsfähigeren RAW-Konverter umzusteigen. Ich hatte vor längerer Zeit schon einmal mit RAW-Therapee experimentiert. Damals fand ich diese Software zu überladen mit Funktionen.

So langsam stieß ich aber immer öfter an die Grenzen des Samsung RAW-Konverters. Der Umstieg auf neue Software war also nur noch eine Frage der Zeit.

Die Entscheidung über den Zeitpunkt des Umstiegs wurde mir jetzt abgenommen. Mein alter Computer gab den Geist auf. Ein nicht zu behebendes Problem mit dem Grafikchip. Der Rechner war sowieso schon in die Jahre gekommen, so dass ein neuer Laptop her musst.

Mein bisheriger Computer lieft mit Windows 7 und ich war eigentlich recht zufrieden damit. Es war die 32-Bit-Variante von Windows installiert, da der Computer sowieso nur mit maximal 4 Gigabyte RAM bestückt werden konnte. Besonders bei der Arbeit mit Luminance HDR stieß ich immer mal wieder an die Speichergrenze. Der neue Computer musste also ein 64-Bit-System sein.

Windows 8 64 Bit schied für mich aus. Eine Handy-Oberfläche auf einem Laptop ist eine einzige Usability-Katastrophe. Das "veraltete" Windows 7 wollte ich auch nicht einsetzen. Ich benutze meine Technik immer relativ lange. Ich wollte vermeiden, dass irgendwann Microsoft keine Updates mehr liefert, so wie es gerade bei Windows XP geschehen ist. Auch ist Windows wegen der großen Verbreitung ein beliebtes Angriffsziel für Kriminelle und ohne tägliche Updates der Sicherheitssoftware nicht sicher zu betreiben.

Quelle
Was bleibt da als Alternative? Linux!

Ich habe mir einen Laptop gekauft und darauf Ubuntu installiert. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten wegen des Grafikkartentreibers läuft es jetzt seit einigen Wochen sehr stabil. Die Oberfläche ist einfach zu bedienen und sieht nebenbei auch richtig chic aus. Firefox, Thunderbird und OpenOffice hatte ich auch schon auf meinem alten Windows-Laptop benutzt, so das die Umstellung gar nicht so schwer fiel.

Die Frage war nun, wie entwickle ich nun meine Bilder. Den RAW-Converter von Samsung gibt es nur für Windows und für MacOS X. Mein erster Gedanke war, den RAW-Converter mittels WINE zum Laufen zu bringen. Mit WINE kann man Windows-Programme unter Linux ausführen.

Jede Emulation kostet aber immer Rechenpower. Gerade ein RAW-Converter ist sehr rechenintensiv. Ob das Ganze so ohne weiteres funktioniert war mit auch nicht klar. Zu großen Experimenten hatte ich gerade beim RAW-Converter keine Lust. Das Ding soll einfach laufen. Deswegen schaute ich nach einer Alternative und erinnerte mich an RAW-Therapee.

Meine ersten Versuche mit RAW-Therapee sind schon etwas länger her. Damals kam ich mit der Benutzerführung nicht so gut zurecht. Inzwischen gibt es aber neuere verbesserte Versionen und auch mein Hintergrundwissen über die Verarbeitung von RAW-Dateien hat sich auch vergrößert.

Die Bearbeitungsfunktionen sind jetzt in verschiedene Register auf der rechten Seite gegliedert. Jedes Register ist mit vielen Funktionen vollgepackt. Beim näheren Hinsehen ist die Gliederung aber relativ logisch. Mit etwas Übung findet man sehr schnell die gewünschte Funktion.

Die Oberfläche von RAW Therapee


Eine Sache ist sehr gut gelöst. Es gibt eine Reihe vordefinierter Bearbeitungsprofile. Diese kann man mit wenigen Klicks einlesen und sie sind eine gute Basis für die eigene Bearbeitung. Es ist auch sehr einfach, selber eine Einstellungen als Bearbeitungsprofil abzulegen.
Bearbeitungsprofile bei RAW Therapee


Oft ist es ja so, dass man mehrere gleichartige Bilder hintereinander zu bearbeiten hat.Wenn man auf einer Sportveranstaltung fotografiert hat, dann ist es sinnvoll, für jedes Bild die gleichen Einstellungen für Farbtemperatur, Sättigung usw. zu verwenden. Es ist sehr einfach, die Einstellunger per Zwischenablage von einem Bild zum anderen zu kopieren. Bildausschnitt und eventuell Perspektivkorrektur und Drehung müssen dann natürlich noch einzeln für jedes Bild eingestellt werden.

Schön ist die Stapelverarbeitung. Ich habe sie so eingestellt, dass sie automatisch im Hintergrund startet. Dank des 4-Kern-Prozessors verzögert sich die Arbeit im Vordergrund kaum und die endgültigen Bilder werden quasi nebenbei erzeugt.


Ich bin immer noch dabei, meinen optimalen Workflow mit RAW-Therapee zu finden. Bei der Bearbeitung bin ich noch nicht so schnell wie mit dem alten RAW-Converter von Samsung. Ich bin aber optimistisch. Zu gegebener Zeit werde ich hier mal darüber genauer berichten.

Montag, 24. März 2014

Weißabgleich

Der Mensch sieht mit den Augen. Das ist doch klar, oder?

Naja, ganz so ist es nicht. Wenn das so wäre, dann würde alles was wir sehen auf dem Kopf stehen. Das ist aber nicht der Fall. Unser Gehirn dreht es wieder richtig herum.
Das, was wir als Bild wahrnehmen ist massiv von unserem Gehirn "nachbearbeitet". Dabei spielen Erfahrungen eine große Rolle.
Ein anderes Beispiel. Ein Blatt Papier ist weiß. Wenn wir im Sonnenlicht das Papier anschauen, dann reflektiert es genau die Teile des Lichtspektrums, deren Mischung wir als Weiß wahrnehmen.
Was passiert aber, wenn wir das Blatt mit ins Haus nehmen und es uns bei Glühlampenlicht anschauen? Das Glühlampenlicht ist anders zusammengesetzt als das Sonnenlicht. Ihm fehlt besonders der Blauanteil. Das Licht ist gelblich. Das Papier sieht jetzt eigentlich auch gelblich aus. Hier greift unser Gehirn ein und korrigiert das Gesehene aus seiner Erfahrung heraus. Das Blatt Papier empfinden wir deswegen auch im Glühlampenlicht als weiß.
Wie ist das aber mit dem Sensor in unserer Kamera? Der nimmt die Farben so auf, wie sie wirklich sind. Das Papier würde im Glühlampenlicht wirklich gelb aussehen.

weißes Papier bei Sonnenlicht
weißes Papier bei Glühlampenlicht
Das widerspricht aber unserer Seherfahrung. Deswegen muss die Farbe des Fotos korrigiert werden. Das geschieht durch den Weißabgleich.
Bevor ich weiter auf den Weißabgleich eingehe muss ich noch einen Begriff klären, die Farbtemperatur.
Das ist eigentlich ganz einfach. Wenn ein Körper erwärmt wird, dann fängt er irgendwann an zu leuchten. Zunächst leuchtet er in rot, so wie wir es zum Beispiel von der Holzkohle beim Grillen kennen. Die Wendel einer Glühlampe strahlt ein gelbliches Licht aus. Das Licht einer Halogenlampe ist schon fast weiß. Sonnenlicht empfinden wir als weiß, zumindest tagsüber. Astronomiebegeisterte wissen, dass es sehr heiße Sterne gibt, die ein bläuliches Licht aussenden.
Die Lichtfarbe ist also von der Temperatur des strahlenden Körpers abhängig. Wenn ein Körper eine Temperatur von ca. 5500K hat, dann sendet er ein Licht aus, das wir als weiß empfinden.
Wenn ein Blatt Papier einmal mit Licht einer Farbtemperatur von 3000K und einmal mit Licht mit einer Farbtemperatur von 5500K beleuchtet wird, dann muss die Kamera ihre Einstellung anpassen. Sonst sieht das Papier nicht weiß sondern gelblich aus. Diese Einstellungen nennt man Weißabgleich.
Den Weißabgleich kann die Kamera automatisch durchführen, die Farbtemperatur kann manuell eingestellt werden oder man kann einen manuellen Weißabgleich durchführen. Auf den manuellen Weißabgleich werde ich in einem anderen Artikel näher eingehen. Wenn man im RAW-Format fotografiert, dann kann der Weißabgleich auch im Nachhinein am Computer durchgeführt werden, was ein großer Vorteil dieser Arbeitsweise ist.

Kurz gesagt ist der Weißabgleich die Kalibrierung der Daten, die vom Sensor geliefert werden. Es wird festgelegt, was weiß ist. Das kann automatisch oder manuell geschehen.

Auch in der der analogen Fotografie gibt es das gleiche Problem. Nur ist es da nicht so komfortabel wie in der digitalen Fotografie zu lösen. Jeder Farbfilm ist für eine bestimmte Farbtemperatur ausgelegt. Für Glühlampenlicht und für Sonnenlicht müssen verschiedene Filme verwendet werden. In gewissen Grenzen kann hier auch mit Filtern gearbeitet werden, die die Farbtemperatur dem Film anpassen.

Sonntag, 26. Januar 2014

Mein "normaler" Workflow

In diesem Artikel beschreibe ich meinen Arbeitsablauf für "normale" Bilder mal etwas ausführlicher.

Das ist nur ein Beispiel und soll als Anregung dienen. Jeder Fotograf muss seinen eigenen Workflow finden.

Ich fotografiere fast ausschließlich mit der Serienbildfunktion der Kamera. Wenn ich dann beispielsweise auf einer Sportveranstaltung unterwegs war, dann komme ich durchaus manchmal mit mehreren Hundert Bildern auf der Karte wieder nach Hause. Um dann nicht ewig am Computer zu sitzen ist ein effektiver Arbeitsablauf notwendig.

Dateien kopieren

Meine Kamera habe ich so eingestellt, dass sie Bilder im RAW-Format und zusätzlich im JPG-Format macht. Über die Vorteile des RAW-Formates habe ich schon einmal geschieben. Der Nachteil von RAW ist, dass die Vorschau am Computer diese nicht anzeigen kann. Die JPGs dienen mir ausschließlich als Vorschaufotos.

Nachdem ich meine NX 10 per USB mit dem Computer verbunden habe, kopiere ich die Ordner von der Speicherkarte in den Ordner "Rohbilder" auf meinem Computer. Die Kamera habe ich so eingestellt, dass die Ordner auf der Speicherkarte nach dem Datum benannt werden. Das hilft ungemein bei der Suche. Die Ordner in "Rohbilder" archiviere ich regelmäßig auf eine separate Festplatte.

Dann lege ich in meinem Bilder-Ordner auf dem Computer einen Unterordner an, der beispielsweise so benannt ist: 2014-01-20_Blume

Dieses Datumsformat hat den Vorteil, die Ordner automatisch in der zeitlich richtigen Reihenfolge sortiert sind. Der sprechende Name am Ende hilft beim Suchen.

In diesen Ordner kopiere ich die RAW- und JPG-Dateien. Die JPG-Dateien dienen hier nur zu besseren Erinnerung an das Motiv.

Verarbeitung der RAW-Dateien

Dann starte ich den RAW-Konverter und lese den Ordner ein. Ich benutze dazu den von Samsung mitgelieferten. Ich hatte auch mal mit RAW Therapee experimentiert. Von den Möglichkeiten ist diese Software dem mitgelieferten Konverter weit überlegen. Der Nachteil der vielen Möglichkeiten ist aber die kompliziertere Bedienung. Der Aufwand der Einarbeitung war mir zu groß, so dann ich zumindest vorläufig wieder zum RAW-Konverter von Samsung zurückgekehrt bin.

Auswahl

Nach dem Öffnen im RAW-Konverter blättere ich alle Bilder durch. Unbrauchbare Bilder markiere ich mit [F6] zum Löschen. Bin ich durch, dann lösche ich die Bilder an in einem Rutsch. Das geht schneller als einzeln.

Wenn ich dann noch mehrere Bilder eines Motiv übrig sind, schaue ich mir diese genauer an. In der Vergrößerung vergleiche ich die Bildschärfe und lösche die schlechteren Bilder.

Bilder zuschneiden

Dann geht es an das Beschneiden der Bilder. Ich suche mir den optimalen Ausschnitt. Dabei ist es mir wichtig, möglichst schon bei der Aufnahme den optimalen Ausschnitt zu finden. Das geht aber leider nicht immer 100%ig.


Gleichzeitig drehe ich das Bild in die richtige Position und entzerre, wenn notwendig, stürzende Linien.

Belichtung

Nach dem Beschneiden und Drehen der Bilder gehe ich alle Bilder ein zweites Mal durch. Zuerst stelle ich Belichtung und Kontrast richtig ein. Für das  Einstellen der Belichtung benutze ich das Historamm.

Ich versuche meist zu erreichen, dass auf der rechten Seite des Histograms keine Lücke vorhanden ist und dass in allen anderen Bereichen auch Werte vorhanden sind. Das Einstellen von Kontrast und Belichtung geht dabei Hand in Hand.

Ich gutes Hilfsmittel sind auch die Warnungen für Überbelichtung.

Ich schiebe den Regler für die Belichtung so weit, dass in den mir wichtigen Teilen des Bildes keine überbelichteten Bereiche mehr vorhanden sind.

Farben

Da kümmere ich mich um die Farben. Zuerst stelle ich bei farbigen Bildern die richtige Farbtemperatur ein, das heißt ich mache den Weißabgleich. In vielen Fällen macht das die Kamera schon ganz ordentlich. Dann überspringe ich diesen Schritt. Ansonsten suche ich mir im Bild eine unbunte Fläche und benutze das Werkzeug für die Grauwertfestlegung.

Eventuell korrigiere ich die Farbtemperatur noch etwas nach.

Mit dem Werkzeug für Hautfarbe habe ich dagegen keine guten Erfahrungen gemacht. Die Ergebnisse des Weißabgleichs waren damit oft unbrauchbar.

Dann stelle ich die Farben ein. In der Liste "Farben" stehen einige Farbprofile zur Verfügung. Welche der Farbprofile verwendet werden hängt natürlich vom persönlichen Geschmack und dem jeweiligen Motiv ab. Ich benutze meist "Farbe 1" oder "Farbe 2" und passe dann noch etwas die Farbsättigung an.

Für Schwarzweißbilder benutze ich meist das Farbprofil "Schwarzweiß 2". Damit bin ich aber momentan noch nicht 100% zufrieden. Ich bin noch auf der Suche nach einer Software, die mir speziell für Schwarzweißfotos ein paar mehr Möglichkeiten bietet und trotzdem so wie der RAW-Konverter nicht destruktiv arbeitet.

Wenn unbedingt notwendig, dann dämpfe ich das Bildrauchen mit dem Rauschabschwächer etwas. Normalerweise versuche ich das zu umgehen in dem ich nur mit niedrigen ISO-Einstellungen fotografiere. In der Regel verwende ich ISO 200 und manchmal ISO 400. Höher gehe ich fast nie. Lieber nehme ich lange Belichtungszeiten und die Arbeit mit dem Stativ in Kauf.

Wenn ich mit dem Bearbeiten fertig bin und ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, dann markiere ich das Bild für die Stapelentwicklung mit [F8].

Entwicklung der RAW-Dateien

So, das war es schon fast. Alle Einstellungen sind gemacht. Die Stapelentwicklung kann gestartet werden. Dabei erzeuge ich normalerweise JPGs im Unterverzeichnis des RAW-Verzeichnisses.


Die Stapelverarbeitung dauert dann eine Weile, kann aber unbeaufsichtigt laufen.

Organisation der fertigen Bilder

Ist das abgeschlossen dann starte ich Picasa. Das Programm nutze ich für 2 Zwecke.
  1. Gesichtserkennung
  2. Upload ins Internet
Öfter mal bekomme ich die Anfrage, ob ich nicht ein Bild von dieser oder jener Person hätte. Da ist die Gesichtserkennung eine wertvolle Hilfe. Ich habe Picasa so eingestellt, dass sie Informationen über erkannte Personen nicht mit synchronisiert werden. Damit vermeide ich, dass aus Versehen personenbezogene Daten öffentlich werden.

Ich lade alle meine Bilder in die Fotoverwaltung von Google+ hoch. Keine Angst, die Bilder stehen dann nicht sofort öffentlich für jedermann sichtbar im Internet. Die Rechte sind so eingeschränkt, dass nur ich zunächst die Bilder sehen kann. Das kann ich bei Bedarf ändern. Der große Vorteil ist aber, dass ich immer und überall Zugriff auf die Bilder habe.

Mit der Funktion "Mit Web synchronisieren" geschieht der Upload im Hintergrund und stört auch bei meiner relativ schwachen Internetverbindung nicht weiter.

Für Wordpress gibt es ein Plugin, mit dem Fotos aus Google+-Alben einfach eingebunden werden können. Ich benutze dafür Picasa and Google Plus Express.

Vielleicht fällt auf, dass ich nirgends Photoshop erwähnt habe. Der Grund ist ganz einfach. Ich benutze kein Photoshop. In ein paar Ausnahmefällen verwende ich GIMP zur Bildbearbeitung. In der Regel versuche ich das aber zu vermeiden.

Ich versuche, möglichst viele Entscheidungen für ein Bild schon bei der Aufnahme zu treffen und dabei möglichst sorgfältig zu sein. Für meine Zwecke reicht mir die dezente Nachbearbeitung im RAW-Konverter vollkommen aus. Mir ist klar, dass es Bereiche der Fotografie gibt, die ohne massive Nachbearbeitung der Bilder nicht auskommen. Man braucht nur mal eine Modezeitschrift aufzuschlagen... Das ist aber nicht der Bereich der Fotografie, mit dem ich mich beschäftigen möchte. Für mich steht die Arbeit mit dem Motiv, mit dem Licht und mit der Kamera im Vordergrund, nicht die am Computer.

Dienstag, 21. Januar 2014

HDR-Bilder Teil 3, Verarbeitung im Computer

Im 3. und letzten Teil der Serie geht es nun darum, aus den Bildern der Belichtungsreihe am Computer ein HDR-Bild zu machen.

Die weitere Verarbeitung der Rohbilder läuft in zwei Schritten ab. Zuerst werden die Bilder zu einem Bild zusammengesetzt. Das Bild ist das eigentliche HDR-Bild, also mit größerer Farbtiefe. In der Regel werden für jeden Farbkanal 16 oder 32 Bit verwendet. Da normale Monitore so eine Bild nicht darstellen können wird es dann wieder in ein Bild mit normaler Farbtiefe (8 Bit) umgewandelt. Bei diesem Tone-Mapping werden die Strukturen sowohl in den hellen als auch in den dunklen Bereich erhalten.

Für diese Verarbeitungsschritte gibt es verschiedene Software. Ich verwende die kostenlose Opensource-Software Luminance HDR.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Software dafür. Hier eine kleine Liste:

Die Arbeit mit Luminance HDR

Bei der Arbeit mit Luminance HDR ist ein leistungsstarker Computer von Vorteil. Gerade wenn man mehr HDR-Bilder aus mehr als 3 Rohbildern erzeugen will, dann ist ein Computer mit 8 GB RAM und einem 64-Bit-Betriebssystem empfehlenswert. Luminance HDR gibt es übrigens sowohl für Windows, für Mac OS X als auch für Linux.

Der große Vorteil von Luminance HDR ist, dass es das RAW-Format der Samsung-Kameras verarbeiten kann.

HDR-Bild erzeugen

Mit der Funktion "Neues HDR-Bild" startet ein Assistent.
Dieser unterstützt beim ersten Schritt, also bei der Erstellung des HDR-Bildes.

Zunächst werden die Bilder der Belichtungsreihe ausgewählt.

An der Belichtung ändere ich meist nichts. Wichtig ist der Bereich unten rechts. Dort geht es um die Ausrichtung und das Zuschneiden. Auch bei größter Sorgfalt kann es passieren, dass die Rohbilder nicht ganz genau übereinander liegen. Dafür gibt es die Funktion "Bilder automatisch ausrichten". Die kosten zwar eine ganze Menge Rechenzeit, für ein gutes Ergebnis ist das aber unbedingt erforderlich. Wenn einzelne Bilder durch diese Funktion leicht verschoben werden, dann gibt es immer am Rand einen gewissen Verschnitt. Der kann gleich durch die Funktion "Bilder automaisch zuschneiden" entfernt werden.

Nach [Weiter] hat der Computer eine Weile zu tun, bis er mit der Ausrichtung fertig ist. Jetzt geht es zur 2. Seite des Assistenten.
Hier können die  Bilder manuell ausgerichtet werden, was aber wegen der automatischen Ausrichtung überflüssig ist. Außerdem steht hier eine Anti-Ghosting-Funktion zur Verfügung.

Mit dieser Funktion können Geisterbilder unterdrückt werden, die entstehen wenn sich Teile des Motivs während der Aufnahmen bewegen.Im Wind bewegte Bäume sind ein typisches Beispiel.

Ich muss allerdings sagen, dass ich diese Funktion noch nie benutzt habe. Ich habe immer bei der Aufnahme selber versucht, Geisterbilder zu vermeiden.

Jetzt geht es weiter mit Einstellungen zum Erzeugen des HDR-Bildes.
Über die technischen Hintergründe der verschiedenen Einstellmöglichkeiten braucht man sich keine Gedanken zu machen. Hier gilt einfach die verschiedenen vordefinierten Profile ausprobieren und die Ergebnisse beurteilen.

Nach [Fertigstellen] wird das HDR-Bild erzeugt und der Assistent wird geschlossen. Der erste Schritt, die Erzeugung des HDR-Bildes, ist damit abgeschlossen.

In der Programmoberfläche von Luminance HDR wird das Bild angezeigt. So toll sieht das meist nicht aus. Das ist auch logisch, da Grafikkarte und Monitor das Bild nur vereinfacht darstellen können. Das Endprodukt entsteht erst durch den zweiten Schritt:

Tone-Mapping

Das HDR-Bild wird hierdurch wieder in ein normales LDR-Bild mit 8 Bit Farbtiefe pro Kanal umgewandelt.

Luminance HDR stelt eine Reihe verschiedener Algorithmen zum Tone-Mapping bereit. Auf der rechten Seite sind ein paar kleine Vorschaubilder zu sehen.

Sie zeigen ganz grob, wie das Bild mit dem entsprechenden Tone-Mapper aussehen wird. Mit einem Klick auf diese Vorschaubilder oder der Auswahl in der Liste "Operator" wird das Tone-Mapping-Verfahren festgelegt. Wichtig ist, dass gleich die richtige Ausgabegröße eingestellt wird. Die Ergebnisse unterscheiden sich erheblich je nach eingestellter Ausgabegröße.

Jetzt heißt es probieren. Jeder Operator stellt noch verschiedene Parameter zu Verfügung. Bei vielen Parametern kann man nicht über den Namen auf die Wirkung schließen. Es hilft hier nur ausprobieren. Nachdem ein Parameter verstellt wurde, muss immer wieder auf [Anwenden] geklickt werden.

Die Rechenzeit ist mitunter ganz erheblich. Hier hilft ein leistungsstarker Computer das optimale Ergebnis zu finden.

Ist das optimale Ergebnis gefunden kann das Bild im JPG-Format abgespeichert werden. Damit ist der Prozess abgeschlossen

Fazit

Die Erstellung von HDR-Bildern ist ein relativ aufwändiges Verfahren. Sorgfältig aufgenommene Rohbilder sind die Grundlage für den ganzen Prozess. Das Wichtigste ist, üben, üben, üben. Mit der Zeit bekommt man einen Blick dafür, welche Motive für ein HDR-Bild geeignet sind und welche nicht.

Siehe auch: