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Sonntag, 8. Juni 2014

Tutorial RAW Therapee, Fotos von Veranstaltungen

Im ersten Teil der Reihe geht es um das Entwickeln von RAW-Dateien von Veranstaltungen. Mit Veranstaltungen meine ich die Familienfeier, das Fußballspiel vom Junior am Wochenende, das Skirennen oder den Grillabend mit den Freunden. Erst einmal will ich klären, was das Besondere an solchen Fotos ist.

Auswahl aus vielen Bildern

Erst einmal geht es in der Regel um sehr viele Bilder. Ich habe bei solchen Aufnahmen eigentlich immer die Serienbildfunktion aktiviert. Von jeder Situation mache ich dann immer 3 bis 4 Bilder und schaue zu Hause, welches der Bilder am besten geworden ist. Der Grund dafür ist einfach. Fotografiert man mehrere Menschen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass beim Auslösen einer gerade die Augen geschlossen hat. Bei Sprotaufnahmen genau den richtigen Augenblick zu erwischen ist auch sehr schwierig. Deswegen ist es eine gute Idee, viele Bilder zu machen und dann die besten auszuwählen.

Die Auswahl aus vielen Bilder ist eine wichtige Besonderheit.

Dokumentarisch

Die Bilder haben oft mehr einen dokumentarischen als einen hohen künstlerischen Anspruch. Es geht vor allem darum, dass das Bild technisch in Ordnung ist und der Bildaufbau einigermaßen stimmt. Besondere Bearbeitungstechniken für Farben oder gar Retusche ist normalerweise nicht nötig. Auch muss man nicht unbedingt aus jeder Fläche noch die letzte Zeichnung heraus holen. Die Hauptperson muss vernünftig dargestellt werden, das reicht.

Lichtsituation

Für alle Bilder ist die Beleuchtungssituation sicher nicht gleicht, aber für viele. Die Lichtfarbe, also die Farbtemperatur, ist bei vielen Bildern hintereinander fast identisch. Auch der Kontrast ist bei vielen Bildern sehr ähnlich. Hier kann man rationell arbeiten und die Einstellungen bei anderen Bildern übernehmen.

Es ist auch grundsätzlich besser, wenn man hier nicht allzuviel experimentiert. Oft werden die Bilder einer Veranstaltung in Serie nacheinander betrachtet. Unterschiede in der Farbabstimmung fallen da besonders stark auf

Zuschneiden

Bilder auf Veranstaltung müssen meist unter Zeitdruck angefertigt werden. Bei Sportveranstaltungen ist das wegen der schnellen Bewegungen besonders extrem. Zeit für eine aufwändige Bildkomposition bleibt da nicht. Oft muss man nach dem Motto “draufhalten und abdrücken” fotografieren. Im RAW-Konverter ist dann meist ein aufwändiger Beschnitt notwendig.

Zeitdruck

Vielleicht hat man am Sonntag bei eine Sportveranstaltung des Vereins Bilder gemacht. Spätesten am Montag sollte dann der Zeitungsartikel oder der Beitrag für den Internetauftritt fertig sein, natürlich mit den Bildern.

Wenn man auf einer Geburtstagsfeier fotografiert hat, dann will die Verwandtschaft auch nicht ewig auf die Fotos warten. Oft wird da auch mit Smartphones fotografiert. Damit kann man Fotos fast sofort auf Facebook und Co posten. Das der Mensch mit der teuren “Profikamera” dann so ewig braucht, um die Bilder den Verwandten präsentieren zu können, stößt oft auf wenig Verständnis.

Egal wie, die Bilder müssen in einer vertretbaren Zeit fertig werden. Rationelles Arbeiten ist angesagt.

Schritt 1, Vorbreitung

Zuerst kopiere ich die RAW-Dateien in einen Ordner. Den Ordner benenne ich z. B. so:

2014-01-23_RiesenslalomArber

Das hat den Vorteil, dass die Ordner immer chronologisch sortiert angezeigt werden. Ich fotografiere grundsätzlich in der Einstellung RAW + JPG. Die JPGs können direkt im Ordner angezeigt werden und dienen so als gute Orientierungshilfe.

Schritt 2, Aussortieren

So, jetzt kann RAW Therapee gestartet werden. Ich öffne gleich den Editor.


Bei dieser Art der von Bildern fotografiere ich immer mit der Serienbildfunktion. Das hat mehrere Gründe. Schnell ist ein Bild mal verwackelt, mal sind die Füße abgeschnitten, der Autofokus hat Unsinn gemacht oder man erwischt den falschen Augenblick. Macht man mehrere Bilder, dann ist die Wahrscheinlichkeit für ein gutes Bild einfach höher.

Im RAW-Konverter geht es zunächst einmal darum, Ausschuss auszusortieren. Ich schau mir also das erste Bild und stelle mir folgende Fragen:
  1. Ist das Motiv überhaupt lohnenswert?
  2. Ist der Bildausschnitt brauchbar?
  3. Sind die wichtige Bildteile scharf abgebildet?
Wenn die Antwort auf eine der Fragen “nein” lautet, dann wandert das Bild in den Papierkorb.



Für die Beurteilung der Schärfe verwende ich oft die 1:1-Ansicht.


Manchmal ist es nützlich, alle Seitenleisten zu verstecken um den gesamten Bildschirm zu nutzen. RAW Therapee hat auch eine nützliche Vollbildfunktion.


Weiter geht es zum nächsten Bild.



Wenn ich durch bin, dann wird der Papierkorb geleert und ich springe wieder zum ersten Bild.

Schritt 3, Auswahl der Bilder aus der Serie

Habe ich nach dem ersten Schritt von einem Motiv noch mehrere Bilder übrig, dann vergleiche ich diese genauer.

Ich achte auf den Gesichtsausdruck, auf den optimalen Moment usw. und suche mir das beste Bild aus. Alle anderen werden wieder zum Löschen markiert und zum Schluss wird in einem Rutsch gelöscht.

Nun sind nur noch die Bilder übrig, die wirklich konvertiert werden sollen. Die nächsten Schritte dürfen jetzt etwas zeitaufwändiger sein.

Schritt 4. Weißabgleich

Jetzt befasse ich mich intensiver mit den einzelnen Bildern. Ich bleibe zunächst beim ersten Bild.

Zuerst kümmere ich mich um den Weißabgleich.

Meine Kamera habe ich bei dieser Art von Fotos immer auf automatischen Weißabgleich eingestellt. In vielen Fälle liefert das schon einmal einen guten Anhaltspunkt. Gefällt mir das Ergebnis der Automatik nicht, dann mache ich einen manuellen Weißabgleich.


Ich suche mit im Bild eine sogenannte unbunte Fläche dafür aus. Das kann eine weiße Fläche sein, grau geht aber auch.

RAW Therapee biete noch einige weiter Möglichkeiten des Weißabgleichs an.



Ich bin immer noch beim ersten Bild!

Schritt 5. Rauschen

Um das Rauschen brauche ich mich nur dann zu kümmern, wenn ich mit einem höheren ISO-Wert fotografiert habe. Das versuche ich nach Möglichkeit zu vermeiden. RAW Therapee verfügt zwar über leistungsfähige Funktionen zu Rauschminderung, deren Anwendung bedeuten aber immer ein Verlust an Schärfe und Detailtreue. In der Regel benutze ich ISO 200, so dass keine Rauschminderung erforderlich ist.

Ab ISO 400 schalte ich in RAW Therapee die Rauschminderung ein.



Ich suche mir einen dunklen Bereich im Bild und schalte auf 1:1-Ansicht.



In den meisten Fällen ist der erste Regler “Luminanz” am wirkungsvollsten.

Schritt 6. Einstellungen per Zwischenablage auf ähnliche Bilder übertragen

So, jetzt geht es Schlag auf Schlag. RAW Therapee verfügt über eine sehr clevere Funktion, mit der alle Einstellungen in die Zwischenablage kopiert und auf andere Bilder übertragen werden können.




Ich blättere von Bild zu Bild und füge die Einstellungen ein. Wenn notwendig, dann nehme ich ein paar Anpassungen vor und kopieren die neuen Einstellungen wieder in die Zwischenablage.

Wichtig ist, dass das Übertagen der Einstellungen vor der Festlegung des Beschnittes erfolgt, da sonst auch diese Einstellungen kopiert werden. Das ist nur selten sinnvoll.

Schritt 7. Ausschnitte festlegen

Nun gehe ich wieder zurück zum ersten Bild. Jetzt führe ich an jeden Bild einzeln die 7 bis 9 durch. Wenn ich mit einem Bild fertig bin, dann lege ich es für die Stapelverarbeitung bereit.



Zunächst kümmere ich mich um den richtigen Bildausschnitt. RAW Therapee ermöglicht die Einblendung von Hilfslinen.


Ich benutze fast immer die Hilfslinien nach der Drittelregel. Ich versuche den Ausschnitt so zu legen, dass wichtige Bildelemente in der Nähe der Schnittpunkten liegen.

Schritt 8. Belichtung und Kontrast

Der nächste Schritt ist die Einstellung der richtigen Belichtung. Dazu blende ich das Histogramm ein.


Bewege ich den Regler “Belichtungskorrektur” kann ich damit gut beurteilen, ob rechts und links Tonwerte abgeschnitten werden und das gegebenenfalls korrigieren.

Ich benutze immer zu Anfang die Automatik, um erst mal einen Ausgangspunkt für die Belichtung zu haben.


Sehr nützlich ist auch die Funktion zum Anzeigen zu heller Bereiche.



Ich korrigiere die Belichtung mit Hilfe dieser Funktion so, dass bildwichtige Bereiche nicht überbelichtet sind.

In den meisten Fällen ist die Bearbeitung des Bildes jetzt schon abgeschlossen und es kann in die Warteschlange für die Stapelverarbeitung eingereiht werden.

Schritt 9. Spezialaufgaben

Manchmal sind die Bilder aber noch nicht optimal und sie müssen einer “Spezialbehandlung” unterzogen werden.

Schritt 9.1 Lichter wiederherstellen

Bei Fotos mit einer Präsentation mit einem Beamer hat man folgendes Problem: Die Belichtung kann da so eingestellt werden, dass der Vortragende und das Publikum gut zu erkennen sind. Dann ist aber das vom Beamer projizierte Bild meist stark überbelichtet und kaum noch zu erkennen.

Abhilfe schafft hier die Funktion “Lichter wiederherstellen”.


Mittels der Regler “Schwellwert” und “Stärke” kann der Effekt sehr fein geregelt werden. Hier heißt es ausprobieren.

Schritt 9.2 Perspektivische Entzerrung, Drehung

Oft muss es beim Fotografieren sehr schnell gehen. Die Zeit um die Kamera genau horizontal auszurichten fehlt da manchmal. Das ist kein Problem. Mit RAW Therapee kann das im Nachhinein gemacht werden.



Mit der Fein-Rotation kann das Bild digital gerade gerückt werden.

Direkt darunter befinden sich die Regler für die Perspektive. Damit können “stürzende Linien” korrigiert werden. Das ist bei Veranstaltungsfotos nur selten nötig, aber manchman doch nützlich. Beispielsweise, wenn der Inhalt der Beamer-Projektion nicht verzerrt dargestellt werden soll.

Schritt 10 Stapelentwicklung starten

Erst einmal ein paar Worte dazu, was eigentlich mit “Stapelentwicklung” gemeint ist.

Beim Ändern von Einstellungen haben wir bisher im Vorschaubild immer gleich die Auswirkung gesehen. Scheinbar hat RAW Therapee die Einstellung gleich auf das Bild angewendet. Das ist aber falsch. Es wurde immer nur die Vorschau aktualisiert. Die Vorschau ist wesentlich kleiner. Deswegen ist zu keinen merklichen Verzögerungen gekommen. Alle Bearbeitungsschritte wurden in einer Textdatei gespeichert.



Diese kann auch mal im Editor betrachtet werden.



Mit dem Start der Stapelverarbeitung werden die Arbeitsschritte, die in der Textdatei gespeichert sind, auf das vollständige Bild angewendet. Wichtig zu wissen ist, dass die eigentliche RAW-Datei dabei nicht verändert wird. Man spricht hier auch von der nichtdestruktiven Bildverarbeitung.

Die fertigen Bilder lege ich als JPG-Dateien in einem Unterordner des Projektordners ab. Die Einstellungen sind hier zu finden:


Die Stapelverarbeitung dauert eine gewisse Zeit. Hier zahlt sich ein Prozessor mit mehreren Cores aus. RAW Therapee verteilt diese rechenintensive Aufgabe sehr gut auf alle zur Verfügung stehenden Kerne.

Schritt 11 Kontrolle der Ergebnisse

Zum Schluss kontrolliere ich nochmal alle Fotos. Ich benutze dafür den Viewer Ristretto [https://launchpad.net/ubuntu/+source/ristretto]. Den habe ich als Standardviewer für Bilder installiert.

So, damit ist die Verarbeitung der Bilder abgeschlossen. Die Verarbeitung der RAW-Daten mit RAW Therapee kostet eine gewisse Zeit. Das Programm gestattet es aber, die Verarbeitung stark zu rationalisieren. Je nach dem, wie individuell die Bilder bearbeitet werden sollen, kann man mehr oder weniger Arbeit hinein stecken.

Wenn die Parameter wirklich für jedes Bild 100% gleich sein sollen, dann gibt es noch eine wesentlich effektivere Möglichkeit der Verarbeitung. Doch dazu ein andern Mal mehr.

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Freitag, 30. Mai 2014

Tutorial RAW Therapee, Einleitung

Wenn es um das Entwickeln von RAW-Dateien geht, dann ist meist von Adobe Lightroom die Rede. Das ist zweifellos eine sehr leistungsfähige Software und für die meisten Profis die erste Wahl. Trotzdem setze ich sie nicht ein. Es gibt zwei Gründe für mich, die dagegen sprechen.
  1. Ich bin Fotoamateur. Das heißt verdiene mein Geld nicht mit dem Fotografieren. Deswegen suche ich nach einer preiswerten Lösung. Adobe Lightroom ist mit ca. 130€ schließlich nicht ganz billig. Auch spielt es für mich nicht die entscheidenende Rolle, wenn meine Software das eine oder andere Feature vermissen lässt oder in der Bedienung vielleicht nicht ganz so optimal ist.
  2. Adobe Lightroom ist nur für die Plattformen Windows und Mac verfügbar, jedoch nicht für Linux. Ich benutze auf meinem privaten Computer das freie Betriebssystem. Damit scheidet Lightroom eigentlich fast schon aus. Natürlich hätte ich versuchen können, es per Wine oder gar in einer virtuellen Maschine laufen zu lassen. Die RAW-Entwicklung ist aber eine rechenintensive Sache. Emulationen und virtuelle Maschinen kosten aber immer Rechenpower.

Zuerst hatte ich den RAW-Konverter genutzt, der mit der NX10 mitgeliefert wurde. Es handelte sich damals um eine abgespeckte Version von Silkypix. Mit den aktuellen Systemkameras von Samsung wird übrigens jetzt Adobe Lightroom mitgeliefert.

Mit dem Umstieg auf meinem neuen Linux-Laptop wechselte ich auch vom Samsung RAW-Konverter zu RAW Therapee 64 Bit. Das ist nicht die einzige Software, die für diesen Zweck unter Linux zur Verfügung steht. Bei der Suche nach RAW werden im Software-Center von Ubuntu noch die folgenden Programme angezeigt:
Mit Sicherheit lassen sich noch viele andere Programme für diesen Zweck finden. RAW Therapee gehört aber zu den leistungsfähigsten unter den freien RAW-Konvertern.

Die Kehrseite der vielen Funktionen ist aber, dass es dem Einsteiger schwer fällt, auf Anhieb den Sinn jeder einzelnen Funktion zu verstehen.

Im Netz gibt es ein paar deutschsprahige Quellen zu RAW Therapee. Da ist als erste Anlaufstelle das Handbuch, welches bei Google Docs zur Verfügung gestellt wird.

Interessant ist auch dieses Tutorial:
http://www.digitalphoto.de/tutorials/rawtherapee-raw-bilder-unkompliziert-entwickeln

Beiden Quellen ist aber gemeinsam, dass die die einzelnen Funktionen von RAW Therapee erklären, aber nicht den Arbeitsablauf für die Entwicklung bestimmter Arten von Bildern. Ich werde versuchen, diese Lücke mit einer kleinen Artikelreihe zu schließen.

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Donnerstag, 3. April 2014

Umstieg auf RAW Therapee

So schnell geht es manchmal. Seit längerem überlege ich mir, auf einem etwas leistungsfähigeren RAW-Konverter umzusteigen. Ich hatte vor längerer Zeit schon einmal mit RAW-Therapee experimentiert. Damals fand ich diese Software zu überladen mit Funktionen.

So langsam stieß ich aber immer öfter an die Grenzen des Samsung RAW-Konverters. Der Umstieg auf neue Software war also nur noch eine Frage der Zeit.

Die Entscheidung über den Zeitpunkt des Umstiegs wurde mir jetzt abgenommen. Mein alter Computer gab den Geist auf. Ein nicht zu behebendes Problem mit dem Grafikchip. Der Rechner war sowieso schon in die Jahre gekommen, so dass ein neuer Laptop her musst.

Mein bisheriger Computer lieft mit Windows 7 und ich war eigentlich recht zufrieden damit. Es war die 32-Bit-Variante von Windows installiert, da der Computer sowieso nur mit maximal 4 Gigabyte RAM bestückt werden konnte. Besonders bei der Arbeit mit Luminance HDR stieß ich immer mal wieder an die Speichergrenze. Der neue Computer musste also ein 64-Bit-System sein.

Windows 8 64 Bit schied für mich aus. Eine Handy-Oberfläche auf einem Laptop ist eine einzige Usability-Katastrophe. Das "veraltete" Windows 7 wollte ich auch nicht einsetzen. Ich benutze meine Technik immer relativ lange. Ich wollte vermeiden, dass irgendwann Microsoft keine Updates mehr liefert, so wie es gerade bei Windows XP geschehen ist. Auch ist Windows wegen der großen Verbreitung ein beliebtes Angriffsziel für Kriminelle und ohne tägliche Updates der Sicherheitssoftware nicht sicher zu betreiben.

Quelle
Was bleibt da als Alternative? Linux!

Ich habe mir einen Laptop gekauft und darauf Ubuntu installiert. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten wegen des Grafikkartentreibers läuft es jetzt seit einigen Wochen sehr stabil. Die Oberfläche ist einfach zu bedienen und sieht nebenbei auch richtig chic aus. Firefox, Thunderbird und OpenOffice hatte ich auch schon auf meinem alten Windows-Laptop benutzt, so das die Umstellung gar nicht so schwer fiel.

Die Frage war nun, wie entwickle ich nun meine Bilder. Den RAW-Converter von Samsung gibt es nur für Windows und für MacOS X. Mein erster Gedanke war, den RAW-Converter mittels WINE zum Laufen zu bringen. Mit WINE kann man Windows-Programme unter Linux ausführen.

Jede Emulation kostet aber immer Rechenpower. Gerade ein RAW-Converter ist sehr rechenintensiv. Ob das Ganze so ohne weiteres funktioniert war mit auch nicht klar. Zu großen Experimenten hatte ich gerade beim RAW-Converter keine Lust. Das Ding soll einfach laufen. Deswegen schaute ich nach einer Alternative und erinnerte mich an RAW-Therapee.

Meine ersten Versuche mit RAW-Therapee sind schon etwas länger her. Damals kam ich mit der Benutzerführung nicht so gut zurecht. Inzwischen gibt es aber neuere verbesserte Versionen und auch mein Hintergrundwissen über die Verarbeitung von RAW-Dateien hat sich auch vergrößert.

Die Bearbeitungsfunktionen sind jetzt in verschiedene Register auf der rechten Seite gegliedert. Jedes Register ist mit vielen Funktionen vollgepackt. Beim näheren Hinsehen ist die Gliederung aber relativ logisch. Mit etwas Übung findet man sehr schnell die gewünschte Funktion.

Die Oberfläche von RAW Therapee


Eine Sache ist sehr gut gelöst. Es gibt eine Reihe vordefinierter Bearbeitungsprofile. Diese kann man mit wenigen Klicks einlesen und sie sind eine gute Basis für die eigene Bearbeitung. Es ist auch sehr einfach, selber eine Einstellungen als Bearbeitungsprofil abzulegen.
Bearbeitungsprofile bei RAW Therapee


Oft ist es ja so, dass man mehrere gleichartige Bilder hintereinander zu bearbeiten hat.Wenn man auf einer Sportveranstaltung fotografiert hat, dann ist es sinnvoll, für jedes Bild die gleichen Einstellungen für Farbtemperatur, Sättigung usw. zu verwenden. Es ist sehr einfach, die Einstellunger per Zwischenablage von einem Bild zum anderen zu kopieren. Bildausschnitt und eventuell Perspektivkorrektur und Drehung müssen dann natürlich noch einzeln für jedes Bild eingestellt werden.

Schön ist die Stapelverarbeitung. Ich habe sie so eingestellt, dass sie automatisch im Hintergrund startet. Dank des 4-Kern-Prozessors verzögert sich die Arbeit im Vordergrund kaum und die endgültigen Bilder werden quasi nebenbei erzeugt.


Ich bin immer noch dabei, meinen optimalen Workflow mit RAW-Therapee zu finden. Bei der Bearbeitung bin ich noch nicht so schnell wie mit dem alten RAW-Converter von Samsung. Ich bin aber optimistisch. Zu gegebener Zeit werde ich hier mal darüber genauer berichten.